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Fund 004 — Fotografie

Pilze fotografieren — womit anfangen?

15. August 2026

Auf die Knie, aufs Licht warten, nichts pflücken: fünf einfache Regeln für bessere Pilzfotos.

Roter Pilzhut mit weißen Flocken, von unten gesehen

Bei uns läuft im Wald fast immer eine Kamera mit, manchmal ist es auch nur das Handy. Die wichtigste Ausrüstung ist trotzdem eine andere: eine Hose, der es egal ist.

1. Runter auf Augenhöhe

Die meisten Pilzfotos scheitern nicht an der Technik, sondern an der Körperhaltung. Im Stehen, von oben herab, sieht jeder Pilz aus wie ein Knopf im Laub. Also: knien, gern auch liegen. Auf Augenhöhe hat plötzlich auch ein kleiner Pilz einen Stiel, einen Ring, Lamellen. Und der Wald dahinter wird zur Bühne.

2. Auf das Licht warten

Licht kann man nicht mitbringen, nur abwarten: nach dem Regen, morgens, wenn die Sonne tief steht. Am schönsten ist Gegenlicht. Die Lamellen fangen dann an zu leuchten, als hätte jemand von innen das Licht angemacht, so wie bei dem Bild über diesem Text.

3. Die Umgebung mit aufs Bild nehmen

Ein Pilz muss nicht freigestellt werden wie ein Produkt. Moos, Laub und das Stück Stamm daneben gehören dazu: Sie zeigen, wo und wie er wächst. Meist genügt es, ein einzelnes Blatt aus dem Vordergrund zu nehmen, statt den ganzen Fundort aufzuräumen. Und dann näher heran, als man sich traut. Da unten gibt es Netzmuster auf Stielen, Tropfen an Huträndern, die Unterseiten von Baumpilzen.

4. Nichts pflücken

Für ein Foto muss kein Pilz aus dem Boden. Er fotografiert sich dort, wo er steht, ohnehin am besten und bleibt für die Nächsten stehen. Ein paar Funde haben wir außerdem vor dunklem Grund aufgenommen, wie in einem kleinen Studio mitten im Wald; einige davon stehen in der Galerie.

5. Mit dem anfangen, was da ist

Ein Handy reicht: nah heran, ruhig halten, mehrere Versuche machen. Der Rest ist Blick und die Bereitschaft, sich für ein gutes Bild die Knie schmutzig zu machen.

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