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Fund 001 — Pilzwissen

Warum Pilze keine Pflanzen sind

15. August 2026

Pilze sind weder Pflanze noch Tier, sie bilden ein eigenes Reich. Drei Gründe, warum.

Viele verschiedene Pilze, sortiert auf einem bemoosten Stein ausgelegt

„Pilze sind keine Pflanzen“: Dieser Satz fällt bei uns im Wald ständig. Aber warum eigentlich nicht? Es gibt drei gute Gründe.

1. Pilze können kein Sonnenlicht nutzen

Pflanzen sind grün, weil sie den Farbstoff Chlorophyll besitzen. Damit stellen sie aus Sonnenlicht, Wasser und Luft ihren eigenen Zucker her und versorgen sich selbst. Pilzen fehlt dieses Grün völlig. Sie müssen ihre Nahrung finden, so wie Tiere auch: in totem Holz, in altem Laub oder im Tausch mit einem lebenden Baum.

2. Pilze verdauen nach außen

Ein Pilz hat keinen Mund und keinen Magen. Sein unterirdisches Fadengeflecht gibt Verdauungssäfte direkt an die Umgebung ab, zersetzt dort die Nahrung und nimmt dann die gelösten Bestandteile auf. Man kann also sagen: Ein Pilz sitzt mitten in seinem eigenen Magen.

3. Ihre Zellwände bestehen aus Chitin

Pflanzenzellen sind von Zellulose umgeben, also von Pflanzenfasern. Die Zellwände der Pilze bestehen dagegen zu einem großen Teil aus Chitin, dem gleichen Stoff, aus dem Insektenpanzer bestehen. Dazu passt, was die Verwandtschaftsforschung zeigt: Pilze sind näher mit den Tieren verwandt als mit den Pflanzen.


Deshalb bekommen Pilze in der Biologie ein eigenes Reich, neben Pflanzen und Tieren. Für den Waldspaziergang heißt das: Ein Pilz blüht nicht und welkt nicht. Was im Herbst am Wegrand steht, ist nur die Frucht eines viel größeren Lebewesens im Boden. Mehr dazu im Beitrag über das Myzel.

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